Wolfgang Jorzik it's about photography and other things that happen in life

Ticker 19.06.14

++++ 19.06.14 ++++ von Montag bis Mittwoch sechste und hoffentlich letzte Chemotherapie absolviert ++++ anfangs unlustig, dann hab ich mich ergeben ++++ Schierlingstropf ++++ Gift für den Krebs und das Drumherum ++++ Starke Nebenwirkungen sind zu erwarten ++++ von daher nichts Neues ++++ Erwartungen sind hoch gepegelt ++++ Erwartungen für Aktivitäten klein halten ++++ viel Schlaf – auch tagsüber – einkalkulieren ++++ übertüncht den wankelmütigen Magen ++++ soll keiner sagen, ich wäre nicht vorbereitet ++++ habe sie kennengelernt, die kleinen und dann größeren Unbillen ++++ nächste Woche: großes Kino namens Anschlußheilbehandlung ++++ kannste auch Reha zu sagen ++++ ist nämlich in einer auf Krebspatienten spezialisierten Rehaklinik ++++ die Broschüre verspricht die Therapie der Nebenwirkungen der Chemo ++++ liest sich gut ++++ Arzt im Krankenhaus kommentierte: Das ist Werbung ++++ Die Nebenwirkungen wie taube Finger und Zehen, Hörstörungen, Müdigkeit oder Geschmacklosigkeiten gehen in den nächsten Wochen oder Monaten oder gar nicht weg – Reha hin oder her ++++ In der Reha geht es für Sie um Ruhe! ++++ Kräftigung! ++++ Onkologen sind so geerdet ++++ P1030192Die Ruhe will ich und so trete ich an ++++ zumal ich gewiss die erste Woche der Maßnahme verschlafen werde ++++ Dass diese Nachsorge für Krebskranke eine andere Ausrichtung hat, als Rehamaßnahmen für anderweitig Erkrankte, bei denen eine rasche Wiedereingliederung ins Berufsleben angestrebt wird, habe ich mir mehrfach erklären lassen ++++ denn bevor ich mich solchen Fragen widme, brauche ich genau die Ruhe und Kraft ++++ denn außer einiger sehr grob geschnitzter Gedanken über die Zukunft, steht nun an differenzierter zu überlegen, wie ist eine gute und gemeinsame Zeit mit der Familie zu gestalten, wie mit Finanz- Berufs- und Steuerfragen umzugehen und natürlich auch Pflege- und Beerdigungsszenarien gedanklich durchzuspielen ++++ alles ohne Pessimismus ++++ War ich bislang mit der medizinischen Seite der Krebserkrankung in doppelter Hinsicht gut unterwegs: mit den ermutigenden Zwischenergebnisse, aber auch mit einem hohen Einsatz zur Informationsbeschaffung, Organisation und medizinischer Behandlungen, wünsche ich mir nun mehr Raum für die psychologische Seite des Ganzen ++++ Das wird auch nicht ganz ohne sein ++++ will ich dabei das unterschwellig ohnehin präsente „angezählt sein“ und „sterben müssen“ thematisieren und das ist vor den unterschiedlichen Denkmatrizen oder Hintergründen mal leichter und mal verzweiflungsträchtig ++++ Aber wie ich unlängst einmal sagte, finde ich die Krebserkrankung und die Therapie überaus interessant – nur müsste das alles nicht gerade in mir stattfinden ++++ Trotz der vielen Gedanken, die mir meine Lage eingebracht hat, bleibe ich dabei, dass die Beschäftigung damit nicht überhand nehmen sollte ++++ Stattdessen will ich ein ordentliches Maß an nicht krankheitsbestimmten Gedanken, Zeit und Tätigkeiten (selbst mit den vielen körperlichen Einschränkungen) erhalten und auch immer wieder ertrotzen, um der körpereigenen Wucheridiotie nicht leichtfertig noch mehr Raum zu geben ++++ so dachte ich die letzten Tage ++++ Nochmals Danke an meine Arbeitskollegen (WDR-Studio Köln und Presseclub nachgefragt) für die guten Wünsche und großzügige Hilfen ++++ Auch möchte ich meiner Familie, Freunden und Bekannten danken, die mich durch die medizinisch geprägte Zeit der letzten Monate treu und auch aufopfernd begleitet haben ++++ Ebenso danke ich meinen Ärzten, die mich über die im Februar bei Nicht-Behandlung doch recht knapp bemessene Spanne Lebenszeit mit ihren Mixturen und Strahlen gewuppt haben ++++ und in deren Aussagen ich manchmal meinte kurzweilige Subtexte zu entdecken (das schreibe ich völlig ironiefrei, denn ich schätze solch sublime Denkanregungen) wie: Fallschirmspringen geht – mit oder ohne Schirm – das ist egal, denn Sicherheit gibt es ohnehin keine ++++ ich merke schon, ich komme nicht nach mit Danksagungen – sorry! ++++ Reha-Ruhe soll sein bis Ende Juli ++++ wie erreichbar ich dort bin oder sein will, weiß ich noch nicht ++++ vermutlich werde ich ab und an mal die 148 Mails checken und dann (oder vorher?) die Welt retten ++++       

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